13. August 2026

Mit über 60 zum Podcast-Erfolg: Warum man nie zu alt für ein Irgendwann is

Manchmal entstehen die besten Dinge im Leben nicht, weil jemand eine Tür für uns öffnet. Sondern weil eine Tür geschlossen bleibt und wir irgendwann beschließen, uns selbst eine zu bauen.

So ähnlich ist mein Podcast „Liebe ohne Filter“ entstanden.

Wenn mir vor einigen Jahren jemand gesagt hätte, dass ich mit über 60 einen eigenen Podcast moderieren, vor Kameras sitzen, mich mit Social Media, Streaming und Podcast-Charts beschäftigen und irgendwann meine vollständigen Videoepisoden auf Joyn sehen würde, hätte ich wahrscheinlich erst einmal gelacht.

Denn ich komme nicht aus der Medienbranche.

Ich bin seit mehr als 33 Jahren in der persönlichen Partnervermittlung tätig. Mein beruflicher Alltag besteht aus Menschen, Begegnungen und Gesprächen. Aus Hoffnungen, Erwartungen und manchmal auch Enttäuschungen. Aus ersten Dates, zweiten Chancen und der großen Frage, die Menschen wahrscheinlich schon immer beschäftigt hat:

Wie finden wir einen Menschen, mit dem wir unser Leben teilen möchten?

Podcasttechnik, Kameras, Schnittprogramme, Algorithmen und Streamingplattformen gehörten jedenfalls nicht dazu.

Und trotzdem sitze ich heute hier und schreibe über einen unabhängigen Podcast, der sich in den Charts in Deutschland, Österreich und der Schweiz platzieren konnte und inzwischen nicht nur gehört, sondern auch im Fernsehen und auf einer großen Streamingplattform gesehen werden kann.

Und das alles begann eigentlich mit einem Buch.

Am Anfang stand „Liebe ohne Filter“

2025 habe ich mein Buch „Liebe ohne Filter – Zwischen Wunschlisten und Wirklichkeit“ veröffentlicht.

Ich wollte darin etwas von dem weitergeben, was ich in mehr als drei Jahrzehnten Partnervermittlung gelernt habe.

Was suchen Menschen eigentlich, wenn sie sagen, sie suchen die große Liebe?

Wie realistisch sind unsere Wunschlisten?

Warum lehnen wir manchmal jemanden ab, der wunderbar zu uns passen könnte?

Warum verlieben wir uns in Menschen, die uns nicht guttun?

Warum ist die Vorstellung vom perfekten Partner manchmal das größte Hindernis auf dem Weg zu einer wirklichen Beziehung?

Und was unterscheidet ein Profil auf dem Bildschirm von einer echten Begegnung zwischen zwei Menschen?

Nach so vielen Jahren in meinem Beruf hatte ich dazu einiges zu erzählen.

Natürlich dachte ich: Vielleicht interessiert sich jemand dafür.

Ich hätte gerne in anderen Podcasts über mein Buch gesprochen. Ich hätte mich über Gespräche in den Medien gefreut. Schließlich sind Liebe, Partnersuche und Beziehungen Themen, die fast jeden Menschen irgendwann im Leben beschäftigen.

Aber die große Resonanz blieb zunächst aus.

Es gab keine Schlange von Podcast-Hosts, die mich unbedingt einladen wollten. Die Medien warteten auch nicht gerade vor meiner Tür.

Man könnte darüber enttäuscht sein.

Oder man kann sich irgendwann sagen:

Wenn mich niemand einlädt, mache ich es eben selbst.

Genau das habe ich getan.

Dann mache ich mir eben meine eigene Bühne

Dieser Satz klingt heute fast selbstverständlich.

Damals war er das überhaupt nicht.

Denn zwischen „Dann mache ich einen Podcast“ und einem Podcast, den tatsächlich Menschen hören und sehen, liegen ziemlich viele Dinge, von denen ich zunächst wenig Ahnung hatte.

Wie führt man ein gutes Podcastgespräch?

Wie funktioniert eine Kamera?

Was macht ein gutes Studio aus?

Wie wird geschnitten?

Was braucht Spotify?

Was braucht Apple Podcasts?

Wie funktioniert YouTube?

Warum funktioniert ein Reel und ein anderes überhaupt nicht?

Was sind Reichweiten, Rankings und Algorithmen?

Und warum verändert sich in dieser digitalen Welt gefühlt jeden zweiten Tag wieder irgendetwas?

Ich musste lernen.

Und das Spannende daran war: Ich musste mit über 60 noch einmal Anfängerin sein.

Wann haben wir eigentlich beschlossen, dass wir irgendwann zu alt für Neues sind?

Diese Frage beschäftigt mich inzwischen sehr.

Als Kinder lernen wir ständig neue Dinge. Wir fallen hin, stehen auf und probieren es noch einmal. Niemand erwartet von einem Kind, dass es etwas beim ersten Versuch perfekt beherrscht.

Später verändert sich das.

Je älter wir werden, desto schwerer fällt es uns manchmal, zuzugeben, dass wir etwas nicht können.

Wir haben Erfahrung. Wir haben unseren Beruf. Wir haben unseren Platz im Leben gefunden.

Und plötzlich sollen wir wieder Anfänger sein?

Das kann unangenehm sein.

Ich wusste sehr viel über Partnersuche und Beziehungen.

Aber von der Medienwelt wusste ich vergleichsweise wenig.

Ich hätte also problemlos sagen können:

Das ist nichts mehr für mich.

Ich hätte sagen können: Es gibt doch schon genug Podcasts.

Ich hätte sagen können: Die anderen haben große Medienhäuser, Redaktionen, Produktionsfirmen und Budgets hinter sich.

Ich hätte sagen können: Wer soll denn ausgerechnet mir zuhören?

Ich hätte sagen können: Mit über 60 fängt man damit doch nicht mehr an.

Ich habe es trotzdem gemacht.

Und dafür bin ich heute sehr dankbar.

Ohne Medienhaus, ohne Verlag, ohne großes Podcast-Netzwerk

Eines ist mir bei dieser Geschichte besonders wichtig:

Hinter „Liebe ohne Filter“ stand nicht nur am Anfang kein großes Medienhaus.

Es steht bis heute keines dahinter.

Kein großer Verlag.

Kein Medienkonzern.

Kein etabliertes Podcast-Netzwerk, das uns Reichweite garantiert.

Natürlich mache ich das nicht vollkommen allein. Hinter einem Podcast steckt viel Arbeit, und ich bin dankbar für die Menschen, die mich dabei unterstützen.

Aber „Liebe ohne Filter“ ist und bleibt ein unabhängig aufgebautes Format.

Vielleicht macht mich gerade deshalb die Entwicklung der vergangenen Monate besonders stolz.

Plötzlich Platz 17 in Deutschland

Am 20. Juli 2026 schaute ich auf die Charts und konnte es selbst kaum glauben.

„Liebe ohne Filter“ stand laut Rephonic in der Kategorie Relationships auf Platz 17 in Deutschland.

In Österreich waren wir auf Platz 19.

In Deutschland war der Podcast zu diesem Zeitpunkt sogar um 13 Plätze gestiegen.

Auch in der Schweiz hat sich „Liebe ohne Filter“ in den Apple-Podcast-Charts der Kategorie Relationships platziert.

Damit war ein Podcast, den ich unabhängig und ohne großes Medienhaus aufgebaut hatte, plötzlich in den Beziehungs-Podcast-Charts in Deutschland, Österreich und der Schweiz vertreten.

Natürlich weiß ich, dass Podcast-Charts Momentaufnahmen sind.

Heute steht man auf Platz 17. Morgen vielleicht auf Platz 30 oder 100. Und irgendwann vielleicht wieder höher.

Deshalb möchte ich aus diesen Zahlen auch keinen künstlichen Superlativ machen.

Für mich bedeutet etwas anderes viel mehr:

Wir haben es überhaupt dorthin geschafft.

Ein kleines unabhängiges Format steht plötzlich in denselben Rankings wie Produktionen, hinter denen ganz andere Strukturen und Möglichkeiten stehen.

Das ist für mich eine Glanzleistung meines kleinen Teams und gleichzeitig der Beweis, dass man nicht immer die größten Voraussetzungen braucht, um etwas zu erreichen.

Manchmal braucht man zunächst nur eine Idee und den Mut, mit ihr anzufangen.

Vom Audio-Podcast zum Videopodcast

Auch hier hätte die Geschichte eigentlich schon schön enden können.

Ein eigener Podcast. Ein wachsendes Publikum. Gute Bewertungen. Chartplatzierungen.

Aber dann ging es weiter.

„Liebe ohne Filter“ entwickelte sich vom klassischen Audio-Podcast zum Videopodcast.

Plötzlich ging es nicht mehr nur darum, was wir sagen.

Man konnte uns dabei zusehen.

Das verändert ein Gespräch.

Ein Blick. Eine Pause. Ein Lachen. Eine Reaktion des Gegenübers. Manchmal auch Tränen.

All das gehört plötzlich zur Geschichte.

Und genau das gefällt mir.

Denn mein Beruf hat mich eines gelehrt: Kommunikation besteht aus sehr viel mehr als Worten.

Und dann kam Joyn

Dass „Liebe ohne Filter“ inzwischen bei Talk?Now! ausgestrahlt wird und vollständige Videoepisoden auch auf Joyn zu sehen sind, ist für mich deshalb ein besonderer Meilenstein.

Joyn steht für eine moderne Art, Fernsehen und Streaming zu verbinden.

Und mittendrin findet sich plötzlich mein Podcast.

Ein Format, das nicht in einem großen Sender entwickelt wurde.

Kein Format, hinter dem ein Medienkonzern steht.

Sondern ein Podcast, den eine Partnervermittlerin mit über 60 gestartet hat, weil andere Podcasts zunächst kein großes Interesse an ihrem Buch hatten.

Ich finde diese Entwicklung selbst ein bisschen verrückt.

Und genau deshalb liebe ich sie.

„Liebe ohne Filter“ ist längst kein reiner Dating-Podcast mehr

Natürlich begann alles mit meinem Beruf und meiner Erfahrung in der Partnervermittlung.

Aber sehr schnell wurde mir klar:

Wenn wir ernsthaft über Liebe sprechen wollen, müssen wir über das Leben sprechen.

Denn Beziehungen existieren nicht in einem Vakuum.

Wir bringen unser ganzes Leben mit in eine Partnerschaft.

Unsere Kindheit.

Unsere Erfahrungen.

Unsere Verletzungen.

Unsere Ängste.

Unsere Sexualität.

Unsere Familie.

Unsere Vorstellungen davon, wie eine Frau oder ein Mann zu sein hat.

Unsere Verluste.

Unsere Hoffnungen.

Und manchmal auch unsere Traumata.

Deshalb ist „Liebe ohne Filter“ heute viel mehr als ein Podcast über Dating und Partnersuche.

Kann man sich mit 50, 60 oder 70 noch einmal verlieben?

Natürlich sprechen wir über Liebe im Alter.

Wobei ich schon diese Formulierung manchmal schwierig finde.

Was bedeutet eigentlich „im Alter“?

Mit 50?

Mit 60?

Mit 70?

Ich erlebe beruflich seit Jahrzehnten, dass der Wunsch nach Nähe, Partnerschaft, Berührung und Verbundenheit kein Verfallsdatum hat.

Menschen werden nicht irgendwann zu alt für Liebe.

Und trotzdem begegnen mir immer wieder Menschen, die glauben, der Zug sei für sie abgefahren.

Manchmal sind es sogar die eigenen Kinder, die eine neue Beziehung der Eltern kritisch sehen.

Warum eigentlich?

Warum sollte ein Mensch mit 65 oder 75 nicht noch einmal Schmetterlinge im Bauch haben dürfen?

Warum sollte eine neue Partnerschaft mit 70 weniger wert sein als eine mit 30?

Auch darüber möchte ich sprechen.

Trennung, Untreue und die Frage: Wie vertraue ich noch einmal?

Wir sprechen ebenso über die schmerzhaften Seiten von Beziehungen.

Über Menschen, die verlassen wurden.

Über betrogene Frauen.

Über Männer und Frauen, deren Lebensplanung plötzlich zusammenbricht.

Über Beziehungen, die nach Jahrzehnten enden.

Und über die Frage, wie man nach einer solchen Erfahrung wieder Vertrauen entwickeln kann.

Ich erlebe in meiner täglichen Arbeit, wie tief solche Verletzungen sitzen können.

Und gleichzeitig erlebe ich, dass Menschen wieder lieben können.

Nicht immer sofort.

Nicht immer ohne Angst.

Aber es ist möglich.

Auch das sind für mich Mutmachergeschichten.

Tod und Trauer gehören zum Leben

Ein weiteres Thema, das mir wichtig geworden ist, ist Trauer.

Wir reden gesellschaftlich gerne über die schönen Seiten des Lebens.

Über Erfolg.

Über Liebe.

Über Glück.

Aber Verlust gehört genauso dazu.

Was passiert mit einem Menschen, wenn der Partner stirbt?

Darf man irgendwann wieder glücklich sein?

Darf man sich neu verlieben?

Wann ist „zu früh“?

Und wer entscheidet das eigentlich?

Trauer ist individuell.

Auch darüber möchte „Liebe ohne Filter“ sprechen.

Nicht mit schnellen Antworten.

Sondern mit Menschen, die es erlebt haben, und mit Menschen, die beruflich damit umgehen.

Psychologie, Therapie und Gesundheit

Beziehungen haben immer auch mit unserer psychischen und körperlichen Gesundheit zu tun.

Deshalb kommen bei „Liebe ohne Filter“ auch Psychologinnen und Psychologen, Therapeutinnen und Therapeuten, Ärztinnen und Ärzte sowie andere Fachleute zu Wort.

Wir sprechen über Muster, die wir manchmal ein Leben lang wiederholen.

Über Selbstwert.

Über Abhängigkeit.

Über Bindung.

Über Sexualität.

Über Wechseljahre.

Über gesundheitliche Themen, über die viele Menschen nicht gerne öffentlich sprechen.

Und darüber, wie sehr unser körperliches und seelisches Wohlbefinden unsere Beziehungen beeinflusst.

Ich möchte keinen Podcast machen, in dem jeder Gast dieselbe Meinung hat.

Ich möchte unterschiedliche Perspektiven.

Denn das Leben ist selten schwarz oder weiß.

Diversität: Wer wird eigentlich gesehen?

Ein Thema beschäftigt mich derzeit besonders: Diversität und Sichtbarkeit.

Und dabei geht es für mich auch um Frauen meiner Generation.

Ich bin selbst über 60.

Wenn ich durch unsere Medienlandschaft schaue, frage ich mich immer häufiger:

Wo sind eigentlich die Frauen über 50?

Frauen mit Falten.

Frauen mit Lebenserfahrung.

Frauen mit Geschichten.

Frauen, die Unternehmen führen.

Frauen, die Verantwortung tragen.

Frauen, die sich trennen.

Frauen, die sich neu verlieben.

Frauen, die mit 55 noch einmal Karriere machen.

Frauen, die mit 63 einen Podcast starten.

Frauen, die nicht aussehen möchten wie 35.

Wir Frauen wollen auch Frauen sehen, in denen wir uns wiedererkennen.

Diversität bedeutet für mich deshalb nicht nur, unterschiedliche Herkunft, Sexualität oder Lebensmodelle sichtbar zu machen.

Auch Alter gehört zu Diversität.

Und genau deshalb möchte ich diesen Menschen in meinem Podcast ebenfalls Raum geben.

Die Gäste müssen nicht prominent sein

Ich werde manchmal gefragt, nach welchen Kriterien ich meine Gäste auswähle.

Meine Antwort ist ziemlich einfach:

Ein Mensch muss etwas zu erzählen haben.

Natürlich freue ich mich über bekannte Gäste.

Aber Prominenz ist für mich kein Qualitätsmerkmal für ein gutes Gespräch.

Manchmal sitzt mir ein Mensch gegenüber, den vorher kaum jemand kennt, und nach 90 Minuten denke ich: Was für eine Geschichte.

Mich interessieren Persönlichkeiten.

Menschen, die etwas erlebt haben.

Menschen, die gescheitert sind.

Menschen, die wieder aufgestanden sind.

Menschen, die etwas gewagt haben.

Menschen, die anderen Mut machen können.

Und Menschen, die fachlich etwas zu sagen haben.

Vielleicht ist genau diese Mischung ein Teil dessen, was „Liebe ohne Filter“ ausmacht.

Keine perfekte Fassade

Der Name des Podcasts ist nicht zufällig gewählt.

Liebe ohne Filter.

Ich möchte keine perfekten Fassaden.

Das Leben ist nicht perfekt.

Beziehungen sind nicht perfekt.

Menschen sind nicht perfekt.

Und ich bin es selbstverständlich auch nicht.

Vielleicht brauchen wir gerade in einer Zeit, in der uns soziale Medien ständig optimierte Körper, perfekte Wohnungen, perfekte Beziehungen und perfekte Lebensläufe zeigen, mehr echte Geschichten.

Geschichten, in denen auch etwas schiefgehen darf.

In denen Menschen sagen dürfen: Ich wusste nicht weiter.

Ich habe einen Fehler gemacht.

Ich wurde verlassen.

Ich hatte Angst.

Ich war einsam.

Und dann habe ich trotzdem weitergemacht.

Mein Buch bekam zunächst wenig Aufmerksamkeit – heute bin ich dankbar dafür

Manchmal denke ich an den Anfang zurück.

Ich wollte mein Buch vorstellen.

Ich wollte darüber sprechen.

Andere Podcasts hatten kaum Interesse.

Die Presse zunächst auch nicht besonders.

Natürlich hätte ich mir damals mehr Resonanz gewünscht.

Heute sehe ich das anders.

Denn vielleicht hätte ich „Liebe ohne Filter“ niemals gestartet, wenn mich damals alle eingeladen hätten.

Vielleicht hätte ich ein paar Interviews gegeben und wäre danach wieder ausschließlich in meinen beruflichen Alltag zurückgekehrt.

Stattdessen entstand etwas Eigenes.

Mein eigenes Format.

Meine eigene Stimme.

Meine eigene Bühne.

Und das ist rückblickend vielleicht viel wertvoller.

Das Buch und der Podcast finden ihr Publikum

Der Podcast wird auf Apple Podcasts mit 4,8 von 5 Sternen bewertet.

Dazu kommen die Chartplatzierungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Talk?Now! und Joyn.

Natürlich freue ich mich über jede Zahl.

Aber Zahlen sind nicht der einzige Maßstab.

Mich berühren Nachrichten von Menschen, die mir schreiben, dass sie sich in einem Gespräch wiedergefunden haben.

Dass eine Folge ihnen Mut gemacht hat.

Dass sie über etwas nachgedacht haben.

Oder dass sie nach einer schweren Erfahrung plötzlich wieder ein kleines bisschen Hoffnung haben.

Dann weiß ich, warum ich das mache.

Und genau das möchte ich auch meinen Kundinnen und Kunden sagen

Vielleicht ist meine eigene Podcastgeschichte inzwischen sogar näher an meiner täglichen Arbeit, als ich am Anfang gedacht habe.

Denn Menschen kommen zu uns, weil sie sich Veränderung wünschen.

Sie möchten nicht mehr allein sein.

Sie möchten nach einer Trennung noch einmal lieben.

Sie haben vielleicht einen Partner verloren.

Sie sind 50, 60, 70 oder älter und fragen sich:

Kommt da noch etwas?

Manche sagen:

„In meinem Alter finde ich doch niemanden mehr.“

Oder:

„Ich weiß gar nicht, ob ich den Mut habe, mich noch einmal auf jemanden einzulassen.“

Und genau diesen Menschen möchte ich heute etwas sagen, das ich durch meinen Podcast selbst gelernt habe:

Man ist nie zu alt für ein Irgendwann.

Nicht für eine neue Idee.

Nicht für einen neuen Beruf.

Nicht für ein neues Hobby.

Nicht für einen Neuanfang.

Und schon gar nicht für die Liebe.

Der Mut kommt nicht immer vor dem ersten Schritt

Wir haben manchmal eine falsche Vorstellung von Mut.

Wir glauben, wir müssten uns erst mutig fühlen und könnten dann anfangen.

Ich glaube inzwischen, dass es sehr oft genau andersherum funktioniert.

Ich war nicht vollkommen angstfrei, als ich meinen Podcast gestartet habe.

Ich wusste nicht, ob es funktionieren würde.

Ich wusste nicht, ob Menschen zuhören.

Ich wusste nicht, ob ich vor der Kamera funktionieren würde.

Ich wusste nicht, wohin die Reise geht.

Ich habe angefangen.

Und dann kam der Mut.

Mit jeder Folge ein bisschen mehr.

Mit jedem Gespräch.

Mit jedem Fehler.

Mit jedem kleinen Erfolg.

Mit jedem Moment, in dem ich dachte: Das hat funktioniert.

Deshalb würde ich heute sagen:

Wartet nicht darauf, dass ihr euch mutig genug fühlt. Fangt an. Der Mut kommt unterwegs.

Das gilt für einen Podcast genauso wie für die Liebe

Vielleicht ist genau das die Verbindung zwischen meiner neuen Medienwelt und meinem alten Beruf.

Ein Podcast beginnt mit dem ersten Gespräch.

Eine Beziehung beginnt mit der ersten Begegnung.

Beides verlangt, dass wir uns auf etwas einlassen, dessen Ausgang wir nicht kennen.

Natürlich kann es schiefgehen.

Eine Podcastfolge kann niemanden interessieren.

Ein Date kann enttäuschend sein.

Eine Idee kann scheitern.

Aber wenn wir aus Angst davor gar nicht erst anfangen, wissen wir nie, was hätte entstehen können.

Das sage ich meinen Kundinnen und Kunden.

Und inzwischen sage ich es auch mir selbst.

Mit über 60 ist nicht zu spät. Vielleicht ist es genau richtig.

Heute sehe ich mein Alter dabei nicht als Nachteil.

Im Gegenteil.

Mit über 60 bringe ich etwas mit, das ich mit 30 nicht hatte:

Erfahrung.

Gelassenheit.

Geschichten.

Die Fähigkeit, manche Dinge einzuordnen.

Und vielleicht auch den Mut, nicht mehr jedem gefallen zu müssen.

Ich möchte Frauen meiner Generation deshalb auch zeigen:

Wir müssen nicht verschwinden.

Wir dürfen sichtbar sein.

Wir dürfen laut sein.

Wir dürfen etwas Neues lernen.

Wir dürfen Unternehmen führen.

Wir dürfen uns verlieben.

Wir dürfen scheitern.

Wir dürfen noch einmal anfangen.

Und wir dürfen mit über 60 einen Podcast starten, wenn uns danach ist.

Aus einem „Nein“ wurde meine eigene Bühne

Wenn ich die Geschichte von „Liebe ohne Filter“ heute in wenigen Sätzen erzählen müsste, würde ich wahrscheinlich sagen:

Ich schrieb ein Buch.

Ich wollte darüber sprechen.

Kaum jemand wollte mich einladen.

Also machte ich meinen eigenen Podcast.

Aus dem Audiopodcast wurde ein Videopodcast.

Das unabhängige Format schaffte es in die Podcast-Charts in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Heute ist „Liebe ohne Filter“ auch bei Talk?Now! und mit vollständigen Videoepisoden auf Joyn zu sehen.

Und hinter dem Format steht bis heute kein großes Medienhaus.

Vielleicht ist das für mich der schönste Teil der Geschichte.

Nicht, weil ich irgendjemandem etwas beweisen wollte.

Sondern weil ich mir selbst bewiesen habe, dass ein Anfang auch dann möglich ist, wenn der klassische Zeitpunkt dafür vermeintlich längst vorbei ist.

Man ist nie zu alt für ein Irgendwann

Wenn ich aus dieser ganzen Reise einen Gedanken mitnehmen und weitergeben dürfte, dann wäre es dieser:

Man ist nie zu alt für ein Irgendwann.

Vielleicht wartet irgendwo noch eine Liebe.

Vielleicht eine Freundschaft.

Vielleicht eine berufliche Idee.

Vielleicht ein Projekt.

Vielleicht etwas, das man seit Jahren tun wollte und immer wieder verschoben hat.

Wir wissen nicht, was daraus wird.

Das wusste ich bei „Liebe ohne Filter“ auch nicht.

Aber irgendwann muss aus „irgendwann“ ein „Ich fange jetzt an“ werden.

Denn Mut bedeutet nicht immer, keine Angst zu haben.

Manchmal bedeutet Mut nur, den ersten Schritt trotzdem zu machen.

Der Rest entwickelt sich unterwegs.

Bei mir begann dieser erste Schritt mit einem Buch, über das zunächst kaum jemand sprechen wollte.

Heute sitze ich in meinem Podcaststudio, spreche mit Menschen über Liebe und das Leben, sehe „Liebe ohne Filter“ in den Charts und finde meine Gespräche auf Joyn wieder.

Das hätte ich mir am Anfang nicht ausmalen können.

Und genau deshalb möchte ich jedem Menschen, der gerade vor etwas Neuem steht, sagen:

Warte nicht darauf, dass dir jemand eine Bühne baut.

Warte nicht darauf, dass du dich mutig genug fühlst.

Und glaube nicht, dass du für etwas Neues zu alt bist.

Fang an.

Der Mut kommt unterwegs.