Wenn dann, wenn dann, wenn dann … Warum wir die Liebe nicht auf später verschieben sollte
„Eigentlich hätte ich schon gerne wieder einen Partner. Aber wenn die Kinder erst einmal aus dem Haus sind …“
„Wenn es meiner Mutter besser geht …“
„Wenn ich meine Mutter nicht mehr versorgen muss …“
„Wenn mein kranker Hund nicht mehr so viel Betreuung braucht …“
„Wenn ich aus dem Urlaub zurück bin …“
„Wenn es im Beruf etwas ruhiger geworden ist …“
„Wenn ich ein paar Kilo abgenommen habe …“
„Wenn ich erst einmal mit mir selbst im Reinen bin …“
Wenn dann. Wenn dann. Wenn dann.
Ich höre diese Sätze seit vielen Jahren in meiner täglichen Arbeit als Partnervermittlerin. Und ich kann jeden einzelnen davon verstehen. Denn das Leben ist voll. Gerade in der zweiten Lebenshälfte tragen viele Menschen Verantwortung. Für Kinder, für Eltern, für ein Unternehmen, für den Beruf, für ein Haus, für Tiere und manchmal für eine ganze Familie.
Und trotzdem denke ich bei diesen Gesprächen sehr häufig:
Wie lange wollen wir eigentlich noch warten?
Das Leben wird nicht irgendwann anfangen
Viele Menschen kommen zu uns und sagen: „Ich wünsche mir schon einen Partner.“
Und dann kommt das große Aber.
Aber jetzt ist gerade so viel los.
Aber im September fahre ich noch einmal in Urlaub.
Aber meine Tochter macht gerade ihr Abitur.
Aber mein Sohn wohnt noch zu Hause.
Aber meine Mutter braucht mich.
Aber beruflich ist dieses Jahr schwierig.
Aber Weihnachten steht vor der Tür.
Aber im Frühjahr möchte ich erst einmal mein Haus renovieren.
Aber danach …
Und aus „danach“ wird erstaunlich schnell das nächste „wenn dann“.
Das meine ich überhaupt nicht vorwurfsvoll. Im Gegenteil. Ich glaube, wir alle kennen das aus ganz unterschiedlichen Lebensbereichen.
Wir verschieben Dinge, die uns eigentlich wichtig sind, weil der Alltag vermeintlich gerade keinen Platz dafür lässt.
Das Problem dabei ist nur: Der perfekte Zeitpunkt kommt meistens nicht.
Wenn die eine Baustelle erledigt ist, entsteht die nächste.
Die Kinder ziehen vielleicht aus, aber plötzlich brauchen die eigenen Eltern mehr Unterstützung. Ist die beruflich anstrengende Phase vorbei, steht möglicherweise ein Umzug an. Ist der Hund wieder gesund, gibt es etwas anderes, das Aufmerksamkeit braucht.
So ist das Leben.
Es ist nicht irgendwann fertig.
Und vielleicht ist genau das eine der wichtigsten Erkenntnisse bei der Partnersuche: Liebe muss in ein echtes Leben passen und nicht in ein Leben, in dem vorher alle Probleme beseitigt wurden.
„Wenn die Kinder aus dem Haus sind …“
Diesen Satz höre ich besonders häufig.
Gerade Frauen haben nach einer Trennung oder Scheidung oft jahrelang unglaublich viel getragen. Sie haben gearbeitet, Kinder großgezogen, den Alltag organisiert und vielleicht nebenbei noch die eigenen Eltern unterstützt.
Irgendwann entsteht wieder der Wunsch nach Nähe.
Nach einem Menschen, mit dem man abends zusammensitzt.
Nach jemandem, der fragt: „Wie war dein Tag?“
Nach einem gemeinsamen Wochenende.
Nach einer Hand, die man hält.
Und trotzdem heißt es dann:
„Ich warte noch, bis die Kinder aus dem Haus sind.“
Warum eigentlich?
Natürlich verändert eine neue Partnerschaft das Familiengefüge. Und selbstverständlich sollten die Bedürfnisse der Kinder ernst genommen werden. Aber irgendwann dürfen wir uns auch die Frage stellen:
Wann bin eigentlich ich wieder dran?
Kinder dürfen erleben, dass ihre Mutter oder ihr Vater nicht ausschließlich Elternteil ist.
Dass Mama eine Frau ist.
Dass Papa ein Mann ist.
Dass beide ein Recht auf ein eigenes Leben, auf Nähe, Zärtlichkeit, Partnerschaft und Glück haben.
Eine neue Liebe bedeutet schließlich nicht, dass die Liebe zu den eigenen Kindern kleiner wird.
Das Herz funktioniert nicht wie eine Wohnung mit begrenzter Quadratmeterzahl.
„Wenn meine Mutter mich nicht mehr braucht …“
Auch das begegnet mir häufig.
Die eigenen Eltern werden älter. Arztbesuche müssen organisiert werden. Einkäufe, Behördengänge, Pflege und viele kleine Dinge des Alltags kommen hinzu.
Gerade Frauen meiner Generation kennen diese Situation.
Sie haben sich um ihre Kinder gekümmert und kümmern sich später um ihre Eltern. Dazwischen gab es vielleicht noch einen Beruf, eine Ehe, eine Scheidung, einen Haushalt und hundert andere Verpflichtungen.
Manchmal vergehen dabei Jahre.
Und irgendwann sagt eine Frau zu mir:
„Für einen Mann habe ich im Moment einfach keine Zeit.“
Das kann tatsächlich so sein. Es gibt Lebensphasen, in denen eine Partnersuche kaum möglich ist.
Aber manchmal frage ich zurück:
Braucht ein neuer Partner wirklich so viel Zeit, wie Sie gerade denken?
Es geht doch nicht darum, ab morgen sieben Tage in der Woche miteinander zu verbringen.
Vielleicht beginnt es mit einem Telefonat.
Mit einem Kaffee.
Mit einem Spaziergang am Sonntag.
Mit einem Abendessen.
Und irgendwann vielleicht mit dem Gefühl:
Da ist jemand.
Jemand, der nicht noch eine weitere Verpflichtung ist, sondern vielleicht sogar etwas Leichtigkeit ins Leben bringt.
Wir betrachten Partnerschaft manchmal wie einen zusätzlichen Punkt auf unserer To-do-Liste.
Dabei kann ein guter Partner genau das Gegenteil sein.
Er kann der Mensch sein, bei dem wir einmal nicht funktionieren müssen.
„Wenn mein Hund nicht mehr lebt …“
Ja, auch diesen Satz höre ich.
Und jeder, der ein Tier liebt, weiß, wie wichtig dieses Tier im eigenen Leben sein kann.
Ein alter oder kranker Hund braucht Zeit. Medikamente. Betreuung. Man kann nicht spontan über Nacht wegbleiben oder einfach für ein Wochenende verreisen.
Alles richtig.
Aber muss deshalb das eigene Leben komplett stillstehen?
Vielleicht gibt es sogar einen Menschen, der Hunde liebt.
Vielleicht sagt jemand: „Dann gehen wir eben gemeinsam mit ihm spazieren.“
Vielleicht findet ein erstes Treffen nicht in einem schicken Restaurant statt, sondern bei einer Runde im Park.
Partnerschaft bedeutet doch nicht, dass wir unser bisheriges Leben abgeben müssen.
Im besten Fall kommt jemand hinzu, der dieses Leben versteht.
„Wenn ich aus dem Urlaub zurück bin …“
Dieser Satz bringt mich manchmal zum Schmunzeln.
Nicht, weil ich ihn nicht nachvollziehen kann. Sondern weil ich weiß, was häufig danach passiert.
Vor dem Urlaub heißt es:
„Jetzt lohnt es sich nicht mehr. Ich bin in drei Wochen sowieso weg.“
Nach dem Urlaub:
„Jetzt muss ich erst einmal wieder ankommen.“
Dann:
„Jetzt ist beruflich wahnsinnig viel los.“
Danach kommen die Herbstferien.
Dann Weihnachten.
Im Januar ist man erschöpft.
Im Februar fährt man vielleicht zum Skifahren.
Und plötzlich ist wieder Ostern.
So kann man ein ganzes Jahr verbringen.
Oder zwei.
Oder fünf.
Und irgendwann sitzt man da und stellt fest: Eigentlich wollte ich mich doch schon vor Jahren wieder verlieben.
Wir warten auf eine Version unseres Lebens, die es vielleicht niemals geben wird
Hinter dem „Wenn dann“ steckt häufig ein verständlicher Wunsch:
Ich möchte erst bereit sein.
Ich möchte mein Leben sortiert haben.
Ich möchte keine Altlasten mitbringen.
Ich möchte dem anderen etwas bieten können.
Ich möchte entspannt sein.
Ich möchte mich gut fühlen.
Ich möchte genügend Zeit haben.
Das klingt vernünftig.
Aber was bedeutet eigentlich „bereit“?
Muss wirklich alles geklärt sein?
Muss man vollkommen mit sich im Reinen sein?
Muss die Vergangenheit komplett verarbeitet sein?
Müssen die Kinder selbstständig, die Eltern versorgt, der Hund gesund und der Terminkalender leer sein?
Dann könnten wir lange warten.
Wir sind Menschen.
Wir kommen nicht fertig verpackt und mängelfrei in eine Beziehung.
Wir bringen unser Leben mit.
Unsere Geschichte.
Unsere Familie.
Unsere Verantwortung.
Unsere Eigenheiten.
Unsere Erfahrungen.
Unsere kleinen und großen Baustellen.
Und genau so begegnen wir einem anderen Menschen.
Mit 50, 60 oder 70 ist das Leben nicht weniger kompliziert
Man könnte glauben, Partnersuche werde mit zunehmendem Alter einfacher.
Die Kinder sind irgendwann groß. Beruflich hat man sich etabliert. Man kennt sich selbst besser.
Teilweise stimmt das.
Aber dafür kommen andere Themen hinzu.
Vielleicht leben die Eltern noch und brauchen Unterstützung.
Vielleicht gibt es Enkelkinder.
Vielleicht besitzt man ein Haus, von dem man sich nicht trennen möchte.
Vielleicht lebt der potenzielle Partner 80 Kilometer entfernt.
Vielleicht gibt es gesundheitliche Einschränkungen.
Vielleicht möchte einer noch die Welt bereisen und der andere liebt seinen Garten.
Das ist die Realität.
Wer darauf wartet, dass sämtliche äußeren Umstände perfekt sind, kann sehr lange warten.
Deshalb glaube ich, dass wir eine andere Frage stellen sollten.
Nicht:
„Wann ist mein Leben endlich bereit für einen Partner?“
Sondern:
„Gibt es in meinem Leben ein kleines bisschen Platz für einen Menschen, der mir wichtig werden könnte?“
Das ist etwas völlig anderes.
Partnersuche braucht Platz – aber keinen leeren Terminkalender
Natürlich braucht eine Beziehung Zeit.
Wer sagt: „Ich möchte einen Partner, aber ich habe in den nächsten sechs Monaten nicht einen einzigen freien Abend“, hat tatsächlich ein Problem.
Ein anderer Mensch möchte nicht zwischen Zahnarzttermin und Supermarkt eingeschoben werden.
Partnerschaft braucht Interesse.
Aufmerksamkeit.
Neugier.
Verbindlichkeit.
Aber sie braucht kein vollkommen freigeräumtes Leben.
Vielleicht ist genau das einer der Denkfehler.
Wir glauben, wir müssten erst Platz schaffen und könnten uns danach verlieben.
Manchmal verlieben wir uns aber auch – und dann schaffen wir plötzlich Platz.
Das kennen wir doch alle.
Für Dinge, die uns wirklich wichtig sind, finden wir erstaunlicherweise Zeit.
Plötzlich geht ein Abend doch.
Plötzlich kann eine Freundin den Hund nehmen.
Plötzlich fährt man die 50 Kilometer.
Plötzlich steht man am Sonntagmorgen früher auf.
Nicht, weil man muss.
Sondern weil man möchte.
Hinter dem „Wenn dann“ steckt manchmal auch Angst
Und dann gibt es noch etwas, worüber wir sprechen müssen.
Manchmal sind all diese Gründe nämlich nur Gründe.
Und dahinter steckt etwas anderes.
Angst.
Angst vor einer erneuten Enttäuschung.
Angst davor, sich wieder zu öffnen.
Angst, abgelehnt zu werden.
Angst, nach vielen Jahren alleine plötzlich wieder Kompromisse eingehen zu müssen.
Angst, die eigene Freiheit zu verlieren.
Angst davor, dass es nicht klappt.
Oder vielleicht sogar die Angst davor, dass es klappt.
Denn eine neue Liebe verändert etwas.
Sie bringt Bewegung in ein Leben, das wir uns vielleicht über viele Jahre sehr gut eingerichtet haben.
Plötzlich ist da jemand.
Plötzlich müssen wir Entscheidungen nicht mehr ausschließlich mit uns selbst ausmachen.
Plötzlich entstehen Gefühle.
Und Gefühle lassen sich nicht organisieren wie ein Terminkalender.
Dann ist „Wenn ich aus dem Urlaub zurück bin“ vielleicht gar nicht das eigentliche Thema.
Vielleicht bedeutet es:
„Ich traue mich noch nicht.“
Und das darf man sich ruhig eingestehen.
Man muss nicht heute den Partner fürs Leben finden
Vielleicht machen wir die Partnersuche manchmal auch unnötig groß.
„Ich suche einen neuen Lebenspartner.“
Allein dieser Satz kann sich nach einer gewaltigen Entscheidung anhören.
Dabei geht es am Anfang doch um etwas ganz anderes.
Um eine Begegnung.
Nicht mehr.
Sie trinken einen Kaffee mit einem Menschen.
Sie gehen spazieren.
Sie unterhalten sich.
Sie schauen, ob Sie sich mögen.
Vielleicht lachen Sie miteinander.
Vielleicht merken Sie nach einer Stunde: Nein, das ist er nicht.
Dann gehen Sie wieder nach Hause.
Oder Sie denken:
Den würde ich gerne noch einmal sehen.
Mehr muss am Anfang überhaupt nicht passieren.
Niemand verlangt beim ersten Kaffee die Entscheidung, ob Sie Weihnachten 2032 gemeinsam verbringen.
Liebe entsteht nicht auf Kommando.
Aber damit sie überhaupt entstehen kann, müssen wir Begegnungen zulassen.
Was wäre, wenn?
Ich beschäftige mich gerade sehr mit dieser Frage:
Was wäre, wenn?
Was wäre, wenn Sie nicht noch ein Jahr gewartet hätten?
Was wäre, wenn Sie zu diesem einen Treffen gegangen wären?
Was wäre, wenn Sie den Menschen angesprochen hätten, der Ihnen sympathisch war?
Was wäre, wenn Sie gesagt hätten:
„Ja, mein Leben ist gerade ziemlich voll. Aber auf einen Kaffee habe ich Zeit.“
Was wäre, wenn genau dieser Kaffee etwas verändert hätte?
Wir werden es niemals erfahren, wenn wir jede Möglichkeit auf später verschieben.
Und vielleicht liegt darin das eigentlich Traurige am ewigen „Wenn dann“.
Nicht jede verpasste Begegnung wäre die große Liebe geworden.
Ganz bestimmt nicht.
Aber manche vielleicht schon.
Es gibt Lebensphasen, in denen man wirklich nicht kann
Eines ist mir wichtig: Dieser Text soll niemandem ein schlechtes Gewissen machen.
Es gibt Situationen, in denen Menschen schlicht keine Kraft für eine Partnersuche haben.
Wer einen Angehörigen rund um die Uhr pflegt, gerade einen schweren Verlust erlebt hat oder sich mitten in einer existenziellen Krise befindet, darf selbstverständlich sagen:
„Jetzt nicht.“
Das ist etwas anderes.
Es geht mir um die Menschen, die eigentlich sagen:
„Ich möchte.“
Und direkt danach:
„Aber erst wenn …“
Wenn Sie sich darin wiedererkennen, stellen Sie sich vielleicht einmal eine Frage:
Ist dieses „Wenn“ wirklich ein Hindernis?
Oder ist es eine Begründung dafür, noch nicht losgehen zu müssen?
Irgendwann ist kein Datum im Kalender
Ich bin inzwischen seit über 30 Jahren in der Partnervermittlung tätig. In dieser Zeit habe ich unzählige Lebensgeschichten gehört.
Ich habe Menschen kennengelernt, die nach einer Scheidung überzeugt waren, nie wieder jemanden zu finden.
Menschen, die Jahrzehnte alleine gelebt hatten.
Menschen, die ihren Partner verloren hatten.
Menschen mit erwachsenen Kindern, pflegebedürftigen Eltern, schwierigen beruflichen Situationen und komplizierten Lebensmodellen.
Und immer wieder habe ich erlebt:
Liebe hält sich erstaunlich selten an unseren perfekten Zeitplan.
Sie fragt nicht, ob das Haus fertig renoviert ist.
Sie fragt nicht, ob die Kinder ausgezogen sind.
Sie fragt nicht, ob wir gerade fünf Kilo mehr wiegen als geplant.
Sie fragt nicht, ob wir noch einen Urlaub gebucht haben.
Sie fragt nicht einmal, ob wir uns vollkommen bereit fühlen.
Manchmal steht plötzlich ein Mensch vor uns, mit dem sich etwas anders anfühlt.
Dafür müssen wir aber eines tun:
Wir müssen Begegnung überhaupt zulassen.
Vielleicht nicht „wenn dann“, sondern „trotzdem“
Vielleicht sollten wir deshalb ein kleines Wort austauschen.
Nicht:
„Wenn meine Kinder aus dem Haus sind, suche ich einen Partner.“
Sondern:
„Meine Kinder leben noch zu Hause. Trotzdem darf ich jemanden kennenlernen.“
Nicht:
„Wenn meine Mutter mich weniger braucht …“
Sondern:
„Meine Mutter braucht mich. Trotzdem darf es auch etwas in meinem Leben geben, das nur mir gehört.“
Nicht:
„Wenn mein Hund wieder gesund ist …“
Sondern:
„Mein Hund braucht gerade viel Aufmerksamkeit. Trotzdem kann ich einen Kaffee trinken gehen.“
Nicht:
„Wenn ich aus dem Urlaub zurück bin …“
Sondern:
„Ich fahre bald in Urlaub. Trotzdem kann ich vorher jemanden kennenlernen.“
Und nicht:
„Wenn mein Leben endlich sortiert ist, bin ich bereit für die Liebe.“
Sondern:
„Mein Leben ist nicht perfekt. Trotzdem bin ich bereit, einem Menschen zu begegnen.“
Denn irgendwann ist jetzt
Wir alle wissen nicht, wie viel Zeit wir haben.
Das soll überhaupt nicht dramatisch klingen. Im Gegenteil.
Für mich ist es ein Grund, das Leben ernst zu nehmen.
Gerade mit 50, 60, 70 oder darüber hinaus sollten wir aufhören, so zu tun, als könnten wir wichtige Wünsche beliebig nach hinten verschieben.
Ein Jahr ist ein Jahr.
Fünf Jahre sind fünf Jahre.
Und Lebenszeit kommt nicht zurück.
Vielleicht entsteht aus dem nächsten Treffen gar nichts.
Vielleicht wird daraus eine nette Bekanntschaft.
Vielleicht eine Freundschaft.
Vielleicht sagen Sie danach: „Nein, das war überhaupt nicht mein Mensch.“
Aber vielleicht sitzen Sie irgendwann einem Menschen gegenüber und denken:
Gut, dass ich nicht noch gewartet habe.
Darum wünsche ich mir manchmal, dass Menschen weniger „wenn dann“ sagen.
Weniger:
Wenn die Kinder …
Wenn meine Mutter …
Wenn der Hund …
Wenn der Urlaub …
Wenn der Beruf …
Wenn ich abgenommen habe …
Wenn ich mich besser fühle …
Wenn irgendwann alles passt …
Und dafür ein bisschen häufiger:
Warum eigentlich nicht jetzt?
Nicht kopflos.
Nicht unter Druck.
Nicht aus Angst vor dem Alleinsein.
Sondern mit Neugier.
Mit Offenheit.
Und mit der Bereitschaft, dem Leben eine Chance zu geben.
Denn der perfekte Zeitpunkt für die Liebe steht in keinem Kalender.
Vielleicht ist Ihr Leben gerade voll.
Vielleicht ist es kompliziert.
Vielleicht läuft nicht alles so, wie Sie es gerne hätten.
Das Leben der meisten anderen Menschen übrigens auch nicht.
Und vielleicht geht es genau darum:
Nicht darauf zu warten, dass endlich alles perfekt ist.
Sondern einen Menschen zu finden, mit dem sich dieses unperfekte, echte Leben ein bisschen schöner anfühlt.
Wenn dann, wenn dann, wenn dann …
Vielleicht streichen wir das „dann“ einfach einmal.
Und fangen an.
Häufige Fragen zur Partnersuche und zum richtigen Zeitpunkt
Ist es sinnvoll, mit der Partnersuche zu warten, bis mein Leben ruhiger geworden ist?
Nicht unbedingt. Den vollkommen ruhigen oder perfekten Zeitpunkt gibt es im Leben nur selten. Gerade ab 50 oder 60 kommen häufig neue Verpflichtungen hinzu, etwa die Unterstützung älterer Eltern, berufliche Aufgaben oder die Betreuung von Kindern und Enkelkindern. Wer sich grundsätzlich eine Partnerschaft wünscht, kann deshalb überlegen, ob nicht schon jetzt Raum für erste Begegnungen vorhanden ist.
Wann bin ich bereit für eine neue Beziehung?
Bereit für eine neue Beziehung zu sein bedeutet nicht, dass das eigene Leben vollkommen geordnet sein muss. Viel wichtiger ist die innere Bereitschaft, einem anderen Menschen Zeit zu schenken, Nähe zuzulassen und sich auf eine neue Begegnung einzulassen.
Sollte ich mit der Partnersuche warten, bis meine Kinder aus dem Haus sind?
Nein, das ist nicht grundsätzlich notwendig. Auch Mütter und Väter dürfen neben ihrer Rolle als Eltern ein eigenes Beziehungsleben haben. Eine neue Partnerschaft nimmt den Kindern nichts weg. Entscheidend ist vielmehr, behutsam mit der neuen Situation umzugehen und die Bedürfnisse aller Beteiligten ernst zu nehmen.
Kann ich einen Partner suchen, obwohl ich meine Eltern pflege oder betreue?
Ja. Die Betreuung oder Pflege der eigenen Eltern kann viel Zeit und Kraft beanspruchen. Eine neue Beziehung muss aber nicht automatisch eine zusätzliche Belastung sein. Ein verständnisvoller Partner kann sogar Nähe, Unterstützung und schöne Momente in einen anspruchsvollen Alltag bringen.
Bin ich mit 50, 60 oder 70 zu alt für eine neue Liebe?
Nein. Menschen verlieben sich in jedem Alter. Gerade in der zweiten Lebenshälfte wissen viele Menschen genauer, was ihnen wichtig ist und welche Art von Partnerschaft sie sich wünschen. Eine neue Liebe mit 50, 60 oder 70 kann anders sein als mit 25, aber keineswegs weniger intensiv oder wertvoll.
Warum schiebe ich die Partnersuche immer wieder auf?
Hinter dem Aufschieben können ganz praktische Gründe stecken: die Kinder, der Beruf, die Pflege der Eltern, ein Haustier oder ein voller Terminkalender. Manchmal verbergen sich dahinter aber auch Ängste – vor Enttäuschung, vor Ablehnung, vor dem Verlust der eigenen Freiheit oder davor, sich nach langer Zeit wieder emotional auf einen Menschen einzulassen.
Wie viel Zeit brauche ich für eine Partnersuche?
Für den Anfang oft weniger, als man denkt. Es geht zunächst nicht darum, das gesamte Leben umzustellen. Ein Telefonat, ein gemeinsamer Kaffee oder ein Spaziergang können der Anfang sein. Erst wenn beide Menschen sich wiedersehen möchten, entwickelt sich Schritt für Schritt etwas Neues.
Was ist wichtiger bei der Partnersuche: der perfekte Zeitpunkt oder Offenheit?
Meist ist Offenheit wichtiger als der perfekte Zeitpunkt. Wer darauf wartet, dass sämtliche Lebensumstände ideal sind, wartet möglicherweise sehr lange. Entscheidend ist die Bereitschaft, überhaupt wieder Begegnungen zuzulassen.
Wie finde ich mit 50, 60 oder 70 noch einen passenden Partner?
Es gibt viele Möglichkeiten, in der zweiten Lebenshälfte einen neuen Partner kennenzulernen: Begegnungen im Alltag, gemeinsame Hobbys, Reisen, Veranstaltungen für Singles, Online-Dating oder eine klassische persönliche Partnervermittlung. Entscheidend ist, den eigenen Weg zu finden und überhaupt wieder offen für neue Begegnungen zu sein.
Gerade Menschen ab 50 oder 60 wünschen sich häufig eine persönlichere Form der Partnersuche, bei der nicht nur Fotos und Profile entscheiden, sondern Persönlichkeit, Lebenssituation, Werte und Wünsche berücksichtigt werden.
Persönliche Partnervermittlung für Singles ab 50, 60 und 70
Sie wünschen sich eine neue Partnerschaft, verschieben den ersten Schritt aber immer wieder auf später?
Vielleicht denken auch Sie: Wenn die Kinder aus dem Haus sind. Wenn es beruflich ruhiger wird. Wenn ich mehr Zeit habe. Wenn der richtige Moment gekommen ist.
Seit über 30 Jahren begleite ich Menschen bei der persönlichen Partnersuche und weiß aus Erfahrung: Den perfekten Zeitpunkt für eine neue Liebe gibt es selten. Aber es gibt den Moment, in dem man entscheidet, wieder offen für einen anderen Menschen zu sein.
Bei Wir 2 Partnertreff begleiten wir Singles persönlich und individuell bei der Partnersuche in Köln, Düsseldorf, Bonn, Aachen und Umgebung. Gerade für Menschen ab 50, 60 oder 70 kann eine klassische Partnervermittlung eine Alternative zum Online-Dating sein. Hier stehen nicht Profile, Algorithmen oder das schnelle Wischen nach Fotos im Mittelpunkt, sondern der Mensch und die Frage: Wer könnte wirklich zu Ihnen und zu Ihrem Leben passen?
Vielleicht müssen Sie also nicht warten, bis irgendwann alles perfekt ist.
Vielleicht reicht für den Anfang ein Gedanke:
Warum eigentlich nicht jetzt?

